Schlagwort: Pflege

Geriatrische Rehabilitation und ihre systemgemachten (Denk)fehler

Der Sektor der Geriatrie boomt. Manche brauch(t)en ein bisschen länger als andere, um das Potenzial dieser Fachrichtung zu erkennen. Einige haben es immer noch nicht begriffen. Manche wollen es auch gar nicht begreifen. Hat mit Geld zu tun. Wie meistens.

Neben der geriatrischen Akutklinik gibt es drei „Formen“ der geriatrischen Rehabilitation: Frührehabilitation, geriatrische Rehabilitation und geriatrische Anschlussheilbehandlung.

Die Anfänge der geriatrischen Strukturen

Auch wenn die Geriatrie noch eine junge selbstständige Disziplin ist, ist sie bei weitem nicht so jung, wie viele annehmen. Tatsächlich gab es in Deutschland bereits in den 1980er Jahren die ersten rein geriatrischen Strukturen (Albertinen Hamburg, Geriatriezentrum Essen/NRW).

Hintergrund war es damals noch, den besonders pflegebedürftigen und alten Menschen eine separate Versorgung zukommen zu lassen. Hintergrund hierbei war sicherlich die Erkenntnis, dass hochbetagte Menschen einer anderen Medizin, Therapie und Pflege bedürfen. Reine Menschen- oder spezielle Altersfreundlichkeit steckte hingegen nicht dahinter. Immerhin sind alte Patienten oft solche, die den „normalen“ internistischen Ablauf „stören“.

Für mich persönlich steht das gänzlich ohne Wertung. Viele Ärzte wollen eben lieber heilen statt lindern, Therapeuten wollen andere Dinge als tägliche Gangschule, Pflege will andere Dinge als vollständige Übernahme der Pflege. Zu erkennen, dass man für die Versorgung alter Menschen auch ein Team braucht, das eben diese Versorgung will und etwas daraus zieht, finde ich völlig in Ordnung, zumal es letztlich auch jeder Partei inklusive den Patienten zu Gute kommt.

Also spaltete man hier und da geriatrische Stationen von internistischen ab. Im Grunde war das alles Akutversorgung, die da stattfand, aber im geriatrischen Bereich gab es immer schon einen gewissen Mix an Bedürftigkeit. So gab es auch damals beispielsweise schon Aufnahmen wegen „Infekt der oberen Atemwege“ oder „Obstipation“ , die nun nicht unbedingt akut medizinisch waren. Da waren dann Leute überfordert, darin steckte ein Hilferuf. Oftmals kam der von überforderten pflegenden Angehörigen. Hier leistete man in der Geriatrie also eine Art anderer erster Hilfe, nämlich in erster Linie in sozialer Hinsicht: Beratung, Entlastung, vielleicht Heimplatzsuche oder ein „Aufpäppeln“ .

DRG-System ab 2003

Geriatrie ist tollJa, ich war schon vor dem DRG-System in der Geriatrie tätig. Und anfangs war die Umsetzung des DRG-Systems mehr ein Rätsel als irgendwas anderes. Man sollte also Dinge nachweisen. Gut, damit stieg der bürokratische Aufwand ein bisschen an, aber anfangs ging das durchaus noch. Alles andere war eigentlich kein Mehraufwand, denn es gab ja wirklich faktisch schon implementierte Therapien und ein bestimmtes Vorgehen.

Wo ich tätig war, gab es auch vorher schon wöchentliche Fallbesprechungen im multiprofessionellen Team. Und an jedem Bett gab es eine kleine Magnettafel an der Wand, auf der rote Magnete angaben, welche Therapien der Patient dort – zumeist täglich – erhielt.

Nach dem neuen System musste man das nun also genauer aufschreiben. In Ordnung.

Geriatrische Pflege hat das Nachsehen

Mit diesen Nachweisen fing aus meiner Sicht – speziell auf dieses Thema hier bezogen – gleich schon der Abstieg des Pflegeansehens an.

Plötzlich war Pflege nämlich der einzige Bereich, der außerhalb der multiprofessionellen Häkchen stand. Jeder hatte sein Feld auf den jeweiligen Formularen, nur die Pflege nicht. Die Pflege hatte natürlich ihre gesamte Mappe mit Berichten, mit etlichen Handzeichen und so weiter, aber es gab keine Handzeichen auf den speziellen Nachweiszetteln, die es damals gab, zu machen.

Ja, im Nachhinein betrachtet sehe ich das tatsächlich als Problem an. Als eines, das den Blickwinkel verschoben hat. In der Regel unbewusst, eher unterschwellig, aber existent.

Irgendwann später überlegte man sich, dass Pflege ebenfalls Therapien nachweisen könnte. Beispielsweise sollten wir das Anwenden von Kühlelementen auf dem allgemeinen Nachweiszettel eintragen. Hintergrund dessen war aber nicht, die Pflege wieder mehr aus ihrem Abseits zu holen. Vielmehr stand die Absicht dahinter, auch ganz sicher die vorgeschriebene Anzahl an „Therapien“ im Verweilzeitraum des Patienten (z.B. 30 Therapieeinheiten in 21 Tagen) zu gewährleisten. Ungut.

Yay, aktivierend-therapeutische Pflege

Irgendwann hieß es dann, man müsse aktivierend-therapeutische Pflege nachweisen. Das war dann schon der Bereich der Frührehabilitation. Dort fordert man neben einem Geriater, mindestens zwei verschiedene Therapiebereiche (aus Physiotherapie, Physikalischer Therapie, Ergotherapie, Logopädie, Psychologie/Neuropsychologie), der wöchentlichen Fallbesprechung, einem sozialen Assessment zum Status in mindestens 5 Bereichen und einem standardisierten geriatrischen Assessment in mindestens 4 Bereichen (Mobilität, Selbsthilfefähigkeit, Kognition, Emotion) dann auch „aktivierend-therapeutische Pflege durch besonders geschultes Pflegepersonal“ . Fallkosten

Ist das nicht toll?

Geht so.

Professionelle Pflege ist eigentlich immer aktivierend. Egal, auf welcher Grundlage man professionelle Pflege erlernt hat (zum Beispiel eher nach Juchli oder nach Krohwinkel), ist das Aktivieren von Patienten der Mittelpunkt des Ganzen. Es geht darum, Ressourcen zu erkennen, sie bewusst zu machen, sie zu nutzen, mit ihnen zu arbeiten. Ich habe Mitte der 1990er Jahre meine Ausbildung angefangen, und da war all das zentral. Pflegeplanungen in Anleitungs- und Prüfungssituationen waren der Standard, immer nach dem Schema: Problem, Ressourcen, Ziel, Maßnahmen.

Dass man ein „therapeutisch“ dazu setzt, macht das Ganze dann plötzlich irgendwie sinnvoller, meint man. Es symbolisiert, dass professionelle Pflege eben auch ein Heilberuf ist. Dass professionelle Pflege selbst 24 Stunden täglich entscheidend zum Befinden des Patienten beiträgt. Und zwar nicht durch Bettenmachen und Handtuchwechsel, sondern durch pflegerische Interventionen verschiedener Art.

Wikipedia meint dazu:

Die Therapie (altgriechisch θεραπεία therapeia „Dienst, Pflege, Heilung“) bezeichnet Maßnahmen zum Behandeln von Behinderungen, Krankheiten und Verletzungen aufgrund einer zuvor erlangten Diagnose.

Ziel des Therapeuten ist die Ermöglichung oder Beschleunigung einer Heilung, die Beseitigung oder Linderung der Symptome und die Wiederherstellung der körperlichen oder psychischen Funktion.

Hervorzuheben, dass professionelle Pflege eben dies leistet, mag also nett gemeint sein, ist aber eigentlich völlig überflüssig. Professionelle Pflege ist nämlich immer aktivierend-therapeutisch.

Daraus ergaben und ergeben sich aber zwei Aspekte:

  1. Wenn das aktivierend-therapeutische Pflegen besonderer Schulung bedarf gemäß der Anforderungen, leitet sich daraus ab, dass professionelle Pflege eben nicht grundsätzlich aktivierend-therapeutisch ist. Es handelt sich also nicht um eine Aufwertung, sondern letztlich eher um eine Abwertung. Für einen Beruf, der ohnehin schon ewig um Anerkennung kämpfen muss (zumindest in Deutschland).
  2. Wenn es besonderer Schulung bedarf, dann muss die ja auch irgendwer anbieten, gell? Wie gut, dass der Bundesverband Geriatrie dazu was entwickelt hat.

Auf diese Entwicklung (ZERCUR®) gehe ich in gesonderten Artikeln später noch mal ein. Ich selbst habe bislang sowohl die Basisweiterbildung absolviert, die 180-stündige Zusatzqualifikation erworben und schließe demnächst die 520-stündige Fachweiterbildung ab.

Tag der offenen Tür: Wenn Pflege(wissenschaft) auf ihre Umstände trifft

Tag der offenen Tür an der Universität Eichstätt-Ingolstadt, und auch die Pflegewissenschaft war mit einem eigenen Infostand vertreten. Für diesen habe ich mich – wie auch zwei Mitstudierende aus meinem Semester und eine Studierende aus dem 10. Semester – als Standhelferin gemeldet. Wir vier teilten uns in zwei Schichten auf, sodass jede drei Stunden am Infostand verbrachte.

Infostand & Angebot

Die Infostände der einzelnen Studiengänge waren meist zu mehreren in jeweils einem Raum zu finden. In unserem Fall teilten wir den Raum mit Religionspädagogik, Katholischer Theologie, Musikwissenschaft und Sozialer Arbeit.

Raumübersicht mit den Ständen der einzelnen Studiengänge

Raumübersicht mit den Ständen der einzelnen Studiengänge

standüberblick

Bereit für den Ansturm

Man hatte also verhältnismäßig wenig Raum, um den jeweiligen Studiengang vorzustellen, auch wenn neben Tischen Stellwände zur weiteren Dekoration und Information zur Verfügung standen.

Auslage Pflegewissenschaft

Auslage des Infostands Pflegewissenschaft

Unseren Tisch hatten wir recht üppig mit diversen Flyern, Broschüren, Fachzeitschriften und Co. gedeckt. Zwei Stellwände nutzten wir, um einen ersten Überblick über den Studiengang und seinen Verlauf darzustellen.

Zusätzlich zur Anlaufstelle des Infostandes fand ein knapp einstündiger Vortrag zum Studiengang Pflegewissenschaft von Monika Hohdorf (M. Sc. N) statt. Dieser Vortrag gab einen ersten Überblick über das Studium an der KU Eichstätt-Ingolstadt. Aktuell ist es sowohl dual (also mit begleitender Ausbildung in Gesundheits- und Krankenpflege) sowie berufsbegleitend möglich.

vortrag

Vortrag von Fr. Hohdorf (M. Sc. N)

Auch Ausblicke für ein abgeschlossenes Studium bekamen Interessierte gleich mit auf den Weg. Dies bezog sich einerseits auf bereits gegebene Möglichkeiten, andererseits aber auch auf sich derzeit in Entwicklung befindliche Einsatzbereiche. Hinzu kamen Zukunftsperspektiven, deren Umsetzung in der Praxis zur Zeit noch nicht absehbar sind. Beispielsweise sowas wie Versorgungskonzepte für die Zahl der zunehmend chronisch Erkrankten und/oder an Demenz erkrankten Menschen.

Fragen & Gespräche

Dies war das erste Mal, dass ich einen Tag der Offenen Tür an der KU erlebt habe und entsprechend auch das erste Mal für mich an einem Infostand für den Studiengang Pflegewissenschaft. Im Vorfeld hatte ich mir tatsächlich kaum Gedanken darüber gemacht, mit welchen Fragen Besucher auf uns zukommen könnten und in welcher Bandbreite, sodass ich ziemlich gespannt auf den Tagesverlauf war.

Im Rückblick würde ich die Interessenten, insofern ich die stattgefundenen Gespräche überblicken kann, in drei Bereiche aufteilen: Orientierungsfragen junger Leute (meist ohne bisherige Ausbildung, also vorwiegend am dualen Konzept interessiert), Gespräche mit Leuten aus – grob gesagt – verwandten/sozialpflegerischen Berufen mit Interesse an Weiterentwicklung, und zuletzt vornehmlich interessierte Eltern mit teils weniger interessierten Kindern kurz vor dem Studienbeginn. 😉

Infogespräch

Infogespräch

Je nachdem, aus welchem Kontext heraus Gespräche entstanden, war meiner Wahrnehmung nach auch der Effekt unterschiedlich.

Interessierte Eltern waren dabei besonders schnell zu begeistern. Pflege als bodenständiger Beruf, in dem man immer Kräfte sucht, zukünftig suchen wird UND dazu noch ein Studium mit Zukunftsperspektive in genau diesem Bereich, das kam als Grundaussage ganz gut bei ihnen an, traf aber nicht so oft auch den Nerv der Sprösslinge.

Regelrechter Enthusiasmus begegnete mir vor allem im Kontakt mit Leuten, die bereits eine Ausbildung absolviert hatten und sich nun weiter qualifizieren wollten. Spannenderweise habe zumindest ich dabei nicht ein einziges Mal mit jemandem aus der Gesundheits- und Krankenpflege gesprochen, sondern mit Heilerziehungspflegerinnen, Rettungssanitäterinnen und Leuten aus ähnlichen Berufen. Dort war die Begeisterung dann leider schnell gebrochen, wenn sie erfuhren, dass das Examen in Gesundheits- und Krankenpflege – oder im dualen Studium dessen Erwerb – Grundlage des Studiums der Pflegewissenschaft an der KU ist und der Richtwert damit 11 Semester sind.

Begeisterung vermitteln

Begeisterung vermitteln

Für die jungen Leute ohne bisherige Ausbildung war überraschend, dass man nach der Ausbildung auch im dualen System nicht „fertig“ ist, sondern weitere fünf Semester (nach regeltypischem Verlauf) anstehen. Das kam tendenziell eher nicht gut an. Auch der Verweis, je nach persönlicher Lebensgestaltung natürlich Module vorziehen zu können und somit die Gesamtdauer zu reduzieren, machte da scheinbar keinen Unterschied aus. Für jemandem mit 16 oder 17 Jahren sind drei Jahre Ausbildung plus weiterer 2-3 Jahre Studium wohl schwer zu überblicken und darum als quasi „ewig“ lang eingeschätzter Zeitraum angekommen.

Probleme (in) der Pflege: Auch hier spürbar

Worüber ich im Vorfeld gar nicht nachgedacht habe war das Phänomen, dass bestehende Probleme (in) der Pflege sich auch an diesem Tag der offenen Tür und in den Informationsgesprächen widergespiegelt haben.

Meinem persönlichen Eindruck nach waren die Kenntnisse sowohl hinsichtlich des Berufbildes der Gesundheits- und Krankenpflege als auch die Kenntnisse zum Studiengang (oder auch ähnlichen Studiengängen) größtenteils eher gering und vielmehr geprägt von zwei vorherrschenden Aspekten:

1. Pflege als Beruf, in dem man „Gutes“ tut. 

Im Alltag bin ich an allerlei Auffassungen längst gewöhnt, dass sich diese Ansichten aber genauso bei den Besuchern eines Uni-Tages der offenen Tür zeigen würden, hat mich doch tatsächlich ehrlich überrascht. Ich traf auf eine geballte Ladung von „Das kann man auch studieren!?“ bis hin zu „Und damit wird man eine bessere Krankenschwester?„. Eltern waren wie gesagt von diesem „caritativen“ Beruf als solchem öfters sehr angetan, aber auch hier war eben „Gutes tun“ neben Zukunftssicherheit des Berufes offenbar stärkste Antriebsfeder.

Überraschung

2. Pflege wird nicht als Profession wahrgenommen.

Vorherrschend war auch die Ansicht, dieses Studium diene dem Besetzen von Leitungspositionen. Die Idee, dass akademisierte Pflegekräfte tatsächlich in der Praxis tätig sein könnten, stieß auf Unverständnis bis Unglauben. Klar wurde mehrfach, dass man sich nicht mal vage vorstellen konnte, wieso man als studierte Kraft aktiv in der Pflege tätig sein sollte. Oder auch, welche Vorteile dies für die Versorgung beispielsweise haben könnte. Auch dass es irgendwas zu forschen geben könnte im Bereich der Pflege, schien Leute zu überraschen oder zu verwirren.

Hat es sich gelohnt?

Da ich nicht an den Planungen für den Tag der offenen Tür beteiligt war, sondern lediglich als Standhelferin vor Ort war, weiß ich nicht genau, welche Absicht unser Stand letztlich verfolgt hat.

Ich glaube, dass es an dem Tag durchaus gelungen ist, Interessenten für den Studiengang abzuholen und (weitergehend) zu informieren. Es würde mich zumindest nicht wundern, die eine oder andere Person in absehbarer Zeit mal auf dem Campus wieder zu treffen. Ich denke, vereinzelt haben wir auch Leute vielleicht nicht für den Studiengang, aber doch für die Ausbildung interessieren können.

Ein paar Leute haben unseren Stand eher mit mehr Fragezeichen als mit weniger verlassen. Das lag dann aber daran, dass in ihrer Vorstellungswelt irgendwas verrutscht ist, das wir in dem Rahmen eines Infostandes nicht abschließend (er)klären konnten, zumal die Besucher mit Nachfragen eher sparsam waren.

Ich selbst bin recht überrascht und nachdenklich nach Hause gefahren, allerdings auch mit einigen Erkenntnissen.

Fazit? – Pflege im Wandel

Dass Pflege einen Spannungsbereich in unserer Gesellschaft bildet, ist wohl jedem klar. Dass Pflege sich im Wandel befindet, ist zumindest vielen klar.  Wie dieser Wandel allerdings aussieht, welche Fragen sich da stellen, wie Antworten aussehen können, das alles ist sehr unklar.

Selbst wir innerhalb der Gruppe der beruflich Pflegenden wissen ja nicht, wie Pflege sich in 10, 20 oder 30 Jahren darstellt. Klar, es gibt Statistiken, Überlegungen, Tendenzen, Diskussionen. Aber letztlich sind das Ausblicke.

Dass solche Ausblicke, die man im Rahmen eines kurzen Gespräches ohnehin nur anreißen kann, Leuten von „außerhalb“ nahezu utopisch erscheinen, ist da an sich gar nicht so verwunderlich.

Alles ist in Bewegung!

Alles ist in Bewegung!

Wenige Tage zuvor fand in der Nachbarschaft eine Demonstration gegen den Pflegenotstand statt. Es ging um zu wenige Pflegekräfte, um Überlastung, schlechte Bezahlung und so weiter. Und ganz generell ist Pflege eines der (endlich mal) lauter werdenden Themen im Rahmen der nahenden Bundestagswahl.

Das mitzubekommen und dann von einem Pflegestudium zu hören, auch noch eines für die Praxis selbst? Das muss dann geradezu alienartig wirken, verwirrend, eben wie aus einer anderen Welt.

Die Frage für mich ist, wie sehr man das weiterhin bestehende, traditionelle Bild vom Pflegeberuf und die (pflege)berufspolitische Situation sowohl in Deutschland als auch im Hinblick auf Europa von einem Infostand zum Studium der Pflegewissenschaft abtrennen kann oder sollte.

Meiner Meinung nach sollte man eine Gelegenheit wie solch einen Tag der offenen Tür noch mehr nutzen und diese Dinge nicht voneinander trennen, sondern diese Aspekte einbeziehen, sie zum Thema machen.

Natürlich hat es ein Studiengang, der eine abgeschlossene Ausbildung erfordert oder eine solche inkludiert, dabei nicht so leicht wie ein grundständiger Studiengang.

Dennoch: Im Journalistikbereich konnte man sich praktisch am Radiogeschehen probieren. Die Geographie lockte mit Drohnen und Wetterstation. Ein Biologiedozent  präsentierte Botanik und Landschaftsarchitektur im Hofgarten. Es wurden Waffeln gebacken, Spieße gegrillt, Poster und Collagen aufgehangen, mit bunten Farben zu den Ständen gelockt. Es wurden Schnuppervorlesungen gehalten und Führungen organisiert.

Da geht also noch einiges (mehr), denke ich. Ideen gibt es schon reichlich und ich glaube, dass wir im nächsten Jahr inspiriert davon ein paar umsetzen können und werden. 🙂

Die besten Wünsche zum Internationalen Tag der Pflegenden!

Allen beruflich Pflegenden hiermit die besten Wünsche!

[10 facts about me] Pflege & ich

Endlich gibt es mal ein neues Video auf dem Kanal: ein 10 facts about me, also 10 Punkte, die es zu mir (in Bezug auf Pflege) so zu sagen gibt.

War schon eine Herausforderung, da 10 Fakten rauszupicken. Es sind es dann auch 11 geworden, und ich hoffe mal, die bilden für den Start eine ganz gute Basis.

Letztlich gibt das Video einen groben Überblick über meinen pflegerischen Werdegang vom ersten Schulpraktikum bis heute.

Die Vision

Erst hatte ich gar kein Konzept, dann hatte ich ein bisschen Konzept, dann keine Zeit, das der Reihe nach umzusetzen. So ein Blog ist aber in seiner ursprünglichen Form eine Art Online-Tagebuch, und seit wann haben Tagebücher eigentlich Konzepte?  Außerdem bin ich gerade ziemlich geflutet von allerlei Planung und Konzepten, sodass ich die Idee, „einfach mal anzufangen“, „einfach mal zu machen“ mittlerweile bei weitem nicht mehr so unattraktiv finde.

Wie komme ich nun zum Titel?

Als ich Blog und Kanal mit vollem Eifer zusammengebastelt habe, habe ich mich gleichzeitig auch sonst darum gekümmert, mich pflegemäßig mal mehr in den sozialen Medien umzusehen, Twitter, Facebook, Blogs und Webseiten, Youtube-Kanäle usw.

Die Social Media-Abwärtsspirale

Im Nachhinein ist das eine bedingt gute Idee gewesen. Zwar finde ich es interessant und spannend, mich zu diesen Themen zu informieren, aber im Social Media-Bereich bewegt man sich ja doch eher im emotionalen Bereich, was Meinungen, Austausch und teils auch Faktenweitergabe betrifft.

In den ersten zwei Wochen habe ich gelesen und geklickt, was das Zeug hielt. Und dann habe ich gemerkt, dass mir das weder gefällt noch gut tut.

Spirale

Rauf oder runter?

Klar, unsere Berufsgruppe ist (unter anderem) benachteiligt, es fehlt an Anerkennung, ich selbst bin so manches Mal genervt von der Außenmeinung zu unserem Beruf, wenn sie mich erreicht. Diverse Nachrichten wie die der „Vereinigung der bayerischen Pflege“ sind für mich, die vor 1,5 Jahren nach Bayern gezogen ist, ein richtig übler Schlag ins Gesicht. Aber es hilft ja nicht, den Kopf in den Sand zu stecken. Man muss weitermachen, man kann auf allem aufbauen. Manchmal, da geht einem die Geduld flöten und die Hoffnung leidet, aber alles andere, soviel steht fest, bringt noch viel weniger.

Alles andere führt nämlich zu der Pflege von „innen“, wie sie sich in Social Media zeigt. Alles ist nämlich noch viel furchtbarer, schlimmer, unterirdischer, fieser und überhaupt. Schlecht bezahlt, schlecht behandelt, missverstanden. Zu viel Arbeit, zu viel „doofe“ Arbeit. Und dann dieser Schichtwechsel und die bösen „Ösen“ (= Stationsleitungen) und so. Eine richtig schön abwärts laufende Spirale. Mir fehlen da einfach positive Aussagen abseits des Humors.

Sich nicht abarbeiten, sondern (wieder) begeistern

Wir alle müssen uns mal Luft machen (können), und der Zeit, Dinge zu verändern, verbessern, professionalisieren, hinken wir schon lang hinterher.

Aber eine passive Erwartungshaltung verändert gar nichts. Und unsere Slogans setzen aus meiner Sicht teilweise an der falschen Stelle an.

Yay

Hinlegen oder aufspringen?

Nicht am Boden liegen: aufstehen!

WIR sind Pflege? – DU bist Pflege, ICH bin Pflege, JEDER von uns ist Pflege. Auch als Individuum, nicht nur als große schwammige Masse. Also mach was draus!

Anstatt sich an miesen Strukturen abzuarbeiten, kann jeder von uns diese Energie genauso gut da rein stecken, sie zu verbessern.  Kostet dasselbe, macht aber zufriedener.

Und was soll es bringen darauf zu warten, dass „die da oben“ Besserung in irgendeinem Aspekt der Pflege bringen, wenn „die da oben“ nicht mal Teil der Pflege sind?

Nee, Leute, es ist bald Weihnachten. Also schnappt euch den Stern und steckt ihn selbst auf den Baum. Ab sofort. Jawohl.

Ich zumindest habe Blog und Youtubekanal erstellt, um meine Begeisterung für unseren Job zu teilen. Mit Pflegenden, mit Nicht-Pflegenden. Und ich bin nicht bereit, kein kleines Stück, mir meinen Beruf schlecht reden zu lassen. Nicht von Kollegen, nicht von Außenstehenden, nicht von Vorgesetzten und nicht von Politikern.

Meine Vision

Als ich mich damals um eine Ausbildungsstelle beworben habe, hatte ich eine Vision. Ihr wisst schon, dieses „Menschen helfen“ und so. Und ich habe diese Vision nicht verloren. Sie hat sich nur verändert. ICH habe sie verändert. Denn niemand anderes ändert MEINE Vision, niemals.

Ich möchte Menschen helfen, ja. Ich möchte ihnen helfen, selbstbestimmt zu leben und zu sein, auch wenn sie kurz- oder längerfristig Einschränkungen erleben. Ich möchte all mein Wissen nutzen, um die Person zu sein, der man sein Herz ausschüttet und seine Probleme beichtet, von der man aber auch weiß, dass die Lösungen oder Strategien bereit hält. Weil sie empathisch ist, ohne rein emotional zu agieren, weil sie Lösungen und Strategien erlernt hat, sich auf professionellem Terrain bewegt und sich bemüht, das immer up to date zu halten, um alle Möglichkeiten auszuschöpfen.

Brille

Deine Vision?

Das ist meine Vision. Es ist eine Vision, weil jeder Tag anders ist, jeder Mensch, dem ich begegne, anders ist, weil auch ich jeden Tag ein bisschen anders bin. Weil es durchaus anstrengend ist, sich ständig darum zu bemühen, Tag für Tag. Aber das macht mich zufrieden und kostet nur Energie und Kraft – die spare ich dafür anderswo.

 Wo ist eure Vision? Ihr hattet bestimmt auch eine. Ist die noch dieselbe? Hat sie sich verändert? Oder habt ihr sie unterwegs verloren?

Falls letzteres auf euch zutrifft: Bastelt euch eine neue! 🙂

 

Mein Youtube-Trailer

Hallo zusammen,

ich bin nach wie vor voll motiviert, hier möglichst bald auch Inhalte folgen zu lassen, und so habe ich das Wochenende gleich mal genutzt, um einen Trailer für den Youtubekanal zu drehen und online zu stellen:

Ich hoffe, dass möglichst zeitnah weitere Beiträge und Videos folgen werden, und vor allem hoffe ich auch auf Input von außen. Gerade Inspiration kann ich gebrauchen, wenn es darum geht, die kommenden (ersten) Themen abzustecken.

Zwar habe ich bereits eine Stichpunktliste angefangen, aber in dem Fall gilt ausnahmsweise mal „viel hilft viel„.

Vielen Dank auf jeden Fall schon mal an euch, die ihr euch bereits bei Facebook, Twitter und/oder Youtube eingefunden habt. Freut mich enorm! 🙂

1. Beitrag im Pflegeblog!

Hallo zusammen!

Die Idee, einen Pflegeblog/Youtubekanal zum Thema Pflege zu machen, schleppe ich insgesamt nun schon ein paar Wochen mit mir rum.

Eigentlich wollte ich das alles ja ausgesprochen geplant angehen, mit einem klaren Konzept und all solchen Dingen.

Irgendwie haben meine Begeisterung, die Idee umzusetzen und eine schlaflose Nacht nun aber dazu geführt, dass es diesen Pflegeblog einfach schon gibt.

Ihn, und einen angelegten Youtubekanal, Twitteraccount, eine Google+-Seite und schließlich auch eine Facebookseite.

Erwartet bitte keine spontanen Content-Wunder.

Aber ich freue mich sehr über eure Unterstützung in Form von Ermutigungen, Kommentaren, Themenvorschlägen, Austausch … und natürlich auch über“Likes“, Abos und ein Weiterverbreiten.

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